
Jedes Kind braucht jemanden, der ihm vorliest! Über 1000 Münchner Mädchen und Jungen aus sozial benachteiligten Familien haben bereits eine Vorleserin oder einen Vorleser gefunden. Einen Erwachsenen, der sich regelmäßig Zeit für sie nimmt. Einen Vertrauten, mit dem sie lachen können, der ihnen Unbekanntes erklärt und sie an die Welt der Bücher und Geschichten heranführt. Zu verdanken ist dies dem Engagement der zur Zeit 265 ehrenamtlichen Frauen und Männer, die für die Lesefüchse einmal wöchentlich in Münchner Schulen und Bibliotheken unterwegs sind.
Unter ihnen befinden sich Menschen jeden Alters oder Berufs. Viele von ihnen stehen schon im Ruhestand und haben nach einer sinnvollen Aufgabe gesucht. Zum Glück fanden sich in den letzten Jahren auch einige männliche Vorleser bei den Lesefüchsen ein. Sie spielen nämlich als Vorbilder für die meist wenig lesefreudigen Jungen eine besonders wichtige Rolle. So unterschiedlich die Lebenswege und Erfahrungen der Vorleser auch sein mögen, eines verbindet sie alle: die Liebe zu Büchern und der Wunsch, diese an die Kinder weiterzugeben.
Das wöchentliche Vorlesen erfordert Arbeit, die Geschichten müssen ausgewählt und die Stunden vorbereitet werden. Manchmal ist es auch nicht leicht, die Konzentration bei den kleinen Zuhörern aufrecht zu erhalten. Die Mühe lohnt sich jedoch, darin sind sich die Vorleser einig. Denn nichts bereitet mehr Freude, als gebannt lauschende Kinder mit glänzenden Augen zu sehen.
Die aktiven Vorleser treffen sich einmal im Monat, um sich näher kennen zu lernen und miteinander auszutauschen. Zudem informiert der Vorstand über aktuelle und zukünftige Aktivitäten.
Mehrmals im Jahr stehen die offenen Abende unter einem bestimmten Thema. Dabei geht es beispielsweise um die Situation der Migranten in München, um Mobbing unter Kindern oder es werden Tipps zur Literaturauswahl gegeben.
| Wann: | Siehe Termine |
| Wo: | MVHS Senioren Volkshochschule Stadtmitte Lindwurmstraße 127/Rückgebäude, 2. Stock |
Walter Oehrl zum Vorlesen:
»Ich bin in den Ruhestand gegangen und habe nach einem Ehrenamt gesucht. Ich lese gerne lustige Sachen vor.«